Frank Schmidt

Laudatio 2014

von Frank Schmidt

Meine sehr geehrten Damen und Herren (kurz .... MsgDuH)

Enterprise Information Management und dafür gibt es auch noch einen Preis! 

Ich wundere mich über gar nichts mehr! 

Ich bin Prof. Dr. von Rothenkämper und beschäftige mich seit Jahren mit dem Gejammer mit der deutschen Mentalität. Recht und Ordnung hat man ja mal gelernt, aber die deutsche Sprache und deren glorreichen Jahre, in denen man noch sagte: „deutsche Sprache – schwere Sprache“ sind nun ja, wie soll ich sagen, schon lange Schnee von gestern. Offiziell untersuche ich in meiner Fakultät, den Sinn oder Unsinn der Auswirkungen der Informationstechnologie auf die Sprachverständigung im Umfeld der gegenwärtigen und zukünftigen Ausprägungen von Unternehmensleitlinien auf die Menschen in den Organisationen und deren kommunikative Entwicklung bei der Gestaltung menschlicher Verhaltensmuster in der Bewertung und Analyse von neuen Informationsprozessen zur Verbesserung der Agilität und Wettbewerbsfähigkeit mit einem branchenübergreifenden Focus - … und das schon seit Jahren.

Aber, wo war ich stehen geblieben : ach ja, der Preis!!! Mein Respekt schon mal an die Initiatoren. 

Die Traun sich was, he …– aber warum denn nicht!

Die halbe Welt spricht nur noch in Abkürzungen, dieses Kauderwelsch von angelsächsisch bis schwäbisch. Diese Sprachverhunzungen oder auch Sprachverluderung bekommt auch noch einen Namen – man nennt es die sogenannte Mitmachsprache im Netz Web2.0 – wussten Sie nicht? 

…ich auch nicht.

Aber zum Glück kommt dieses neumodische Gefasel nur durch mangelnde Bildung zustande, wie die Erfinder dieser Sprachneurosen auch gleich noch treffend kommentieren. 

Aber genau diese Bildung ist es doch, die die Basis der immer schneller werdenden gesellschaftlichen und unternehmerischen Entwicklung mit den Wertemaßstäben von Agilität, Flexibilität, Schnelligkeit, Leistung und ….ehhh, Kommunikation verändern. Hätt ich fast vergessen!

Anderseits, wenn die Initiatoren mir nicht zuvor gekommen wären, ich hätte einen solchen Preis auch auf den Weg gebracht.

Nun ja, als Professor an der Universität Essen-Kettwig Zollhof des Lehrstuhls „EIM“– gleichnamig also zum Untertitel des so schön angepriesenen DiALOG-Awards - freue ich mich trotz alledem natürlich über Ihre Einladung und die Ehre bei der Verleihung des ersten DiALOG – Awards die Laudatio auf diesen ….eh ….<Nachhaltigkeitspreis> halten zu dürfen. 

<Recht haben diese Juroren, wenn Sie sich zusammentun und der ganzen Bande von Unternehmens-raubrittern und oder Solchen die vor nicht all zu langer Zeit unter den Deckmantel der europäischen Union geschlüpft sind und um Hilfe gebettelt haben, einmal aufzeigen, um was es wirklich geht. 

MsgDuH, meine Forschungen bestätigen den Ansatz dieses Awards in ganzer Breite: „EIM ist Kommunikation“ oder „EIM – auf den Menschen kommt es an“.

Viele nennen es heute noch formal Informationsmanagement – auch kurz IM – …nicht nur mir stockt der Atem,.. das war ja mal ein Fehlgriff, denn vor nicht allzu langer Zeit hatte man für diese Buch-staben im Osten eine nicht sehr schöne Vergangenheitsbeschreibung – wenn Sie wissen was ich meine. Wenn nicht, dann denken Sie nicht erst darüber nach, denn das scheint ja heutzutage im Leben im allgemeinen oder im Business im Speziellen, MsgDuH, mit diesen vielen verflixten Akronymen, nicht weit her zu sein.   

Offensichtlich haben wir Deutschen eine Neurose, …oder sowas… , denn auf weniger Raum werden wir immer erfinderischer und erfinden konnten wir ja schon immer gut, also auch eine Abkürzung nach der anderen – mit oder ohne Hirn spielt offensichtlich keine Rolle, Hauptsache: Kurz!  

Satzstellung kennt keiner mehr und Grammatik wird zum Fremdwort! - meine Forschungen auf dem Gebiet nehmen ja schon bizarre Züge an. Was erwarten Sie zum Beispiel, wenn die Mutter zu Ihrem Kind ruft „ Schackeline, sach ma für die Oma Tach!“. Oder die liebevolle Oma ruft ihrem Enkel zärtlich zu „Schastin, komma domma nache Schule inne Arme beide Omma..“

Wir entwickeln also mittlerweile umfangreiche neue Sprachcodes, die mir als „digitalen Immigrants“ – oder wie meine Nichten sagen würden : „altem Sack“ – die Schamröte ins Gesicht treibt. Absurditäten kennen keine Grenzen mehr. So sagen wir am Ende eines <Briefes>, ach halt das war alter Kaffee…, <einer Mail> kurz CU – für see you oder VLG für Liebe Grüsse. Einer meiner Mitarbeiter fand in seiner Dissertation gar das Akronym DUWIPA – jaaaaaaa….. auf Deutsch: „du wirst Papa“ – denn so informieren heute die weiblichen „digital native“ ihre Samenspender, wenn es funktioniert hat…. Überraschenderweise stören sich nur wenige Dummköpfe an ihrer Dummheit!

ODER : H R U … schrieb mir neulich ein Zeitgenosse der offensichtlich noch vor wenigen Tagen an der Muttermilch hing oder gerade im Englisch-Anfängerkurs lernte, denn er wollte mich fragen „How are you“. Vielleicht sagt er morgen früh zu mir G M … und meint „Guten Morgen“. Forschung und Peinlichkeiten liegen manchmal eng beieinander! – O.M.G. - Oh mein Gott!

Als Wissenschaftler und Fan von EIM kann ich es nur noch mit Tucholski erklären, der einmal richtig gesagt hat, und ich zitiere <diesen alten Sack>: „Der Mensch hat neben dem Trieb der Fortpflanzung und dem, zu essen und zu trinken, zwei Leidenschaften: Krach zu machen und nicht zuzuhören. Man könnte den Menschen geradezu als ein Wesen definieren, das nie zuhört. Wenn er weise ist, tut er damit recht: denn Gescheites bekommt er nur selten zu hören.“ 

MsgDuH, und an dieser Stelle frage ich Sie: Schriftsteller oder Wahrsager? „Geht’s noch“ oder wann treibt uns die Schnelllebigkeit in den Wahnsinn…? 

Ich kann Sie beruhigen, MsgDuH : es wird noch verrückter! Wir irren, wenn wir denken es geht nicht genauso weiter, so wie sich einst Thomas Watson, Vorsitzender von IBM 1943 irrte, als er sagte : "Ich denke, dass es einen Weltmarkt für vielleicht fünf Computer gibt.“

Der „DiALOG–Award“ ist als Preis demjenigen gewidmet, der es versteht mit Überzeugung und Nachhaltigkeit Abläufe der Organisation mit Hilfe von Kommunikation zu verbessern. Dabei darf er auch die „Moderne“ in Form des Handy – auch FKdM - Faustkeil der Moderne- verwenden. Ein Hoch auf die Moderne!!!!

Aber der neumodische Quatsch genannt IT – früher als man noch lesen konnte auch Datenverarbeitung genannt- darf dabei nicht fehlen, neeeiiiiiin, 

Denn der zweideutige Slogan „Ich verstehe nur BHF…“ darf doch nicht verloren gehen!!!!

Also verwundert es mich nicht, wenn immer noch manche Experten die Existenz von EIM verneinen. Dazu dienen Akronyme und allerlei IT-Kram, um an alten Denkmustern festzuhalten. Schon im Altertum, so vor 20 Jahren, war man sich einig das IT und der ganze neumodische technische Kram, alles schneller, besser und einfacher macht. „Da hat man die Rechnung ohne den Wirt gemacht“. Ich habe in meiner Dissertation dazu noch angehängt : „Menschenskinder, wo soll das hinführen?“ Versuchen Sie doch mal nur eine Stunde ohne Abkürzungen auszukommen. Unmöglich, wie sie gleich merken werden, denn an dieser Stelle gebietet es sich mir, MsgDuH, meine wissenschaftliche Erkenntnisse zum Thema EIM auch noch für Sie durch‘s Dorf zu treiben, wie der Volksmund so schön sagt:

„…EIM, so habe ich herausgefunden, ist entstanden aus ECM und BI. Integriert man das im Umfeld von ERP, EAI, DMS und, argumentiert dies mit ROI und TCO auf Basis von BPM, <sind sie noch im Bilde?>….mit neuen Systemen und rechtfertigt es gar noch mit KPI und KVP dann haben sie eine gute Organisation. Glauben Sie…!? Ihr CIO verlangt die Einhaltung von CoC und ITIL, pocht bei der Auswahl auf EIS und RFQ. Nicht genug, fordert er dazu noch den SOP ein. <Jetzt nicht aussteigen – hier geblieben!> 

Bei der Entscheidung für einen MSP auf Basis von SLA‘s, eines MSS mit Mitteln wie MII oder XMI erreichen Sie neue Service-Level, schließen neue AFA‘s ab und entwickeln sich zu einem BPGMUL. 

„Bei nichts wird der Mensch aggressiver, als wenn er einem etwas erklärt und dieser es fortgesetzt nicht versteht.“ sagt Klaus Zankl, da ist doch der Name gleich noch Programm, füge ich ein wenig amüsiert hinzu.

MsgDuH , nutzen Sie also den Ansatz dieses Awards dazu, der so treffend beschreibt, was wirklich wichtig im ständigen Veränderungsprozess ist : nämlich der Mensch, das diese Triebfeder im Ringen um Transparenz, Verlässlichkeit dann auch Verbindlichkeit bringt und am Ende eine dauerhafte Motivation für sinnvolle Veränderungen. 

So zitiere ich aus der Präampel des Preises : „Es geht nicht mehr nur darum, Menschen und Wissen mitei-nander zu vernetzen, sondern das Wissen aus der Organisation als Triebfeder nachhaltiger Entscheidungen zu nutzen. Also „Kommunikation im Klartext“ als Integrationsmethode zwischen Technologieansprüchen und Prozessverbesserungen zu verstehen.“ 

Also appelliere ich an Sie: Nicht „Simplify your IT“ sondern „Simplify your Gebabbel!“ ist das Gebot der Zeit!

Und …

gratuliere damit den ersten Preisträgern mit vollster Überzeugung, das mit dem DiALOG – Award ein zu-kunftsorientierter Qualitätsbeweis, ausgewählt von namhaften Experten, von nachhaltigen Prozessen oder Methoden prämiert wird. Und…. zitiere wiederholt einen visionären Menschen (namens Zankl), der sagte: „Der Mensch ist so beschaffen, dass sein Handeln und Wirken zukunftsorientiert zu nennen sei. Daher darfst du ihm alles nehmen, aber nicht den Glauben und die Hoffnung, dass alles besser werde.“ 

In diesem Sinne würde sicher auch Bill Gates seinen Ausspruch von 1981 vergessen machen wollen der damals lautete: "640 KB sollten genug für jedermann sein."

LOL – was haben wir gelacht!!! 

Vielen Dank.

Frank Schmidt alias  Prof. Dr. von Rothenkämper ist mehrfach ausgezeichneter Coach, Trainer und Unternehmensberater für messbaren Vertriebserfolg mit eigenen Coaching-Konzepten